Erfahrungsberichte
Paul
PAUL – Eine Herausforderung der ganz besonderen Art


Mitte Dezember 2005:

Nach vielen Telefonaten und sehr aufwendiger Recherche, habe ich über die BEK, endlich eine Führhundschule. Der bereits fertige Fuhrhund heisse – Paul – toll, den Namen finde ich echt super. Nach einem sehr netten Gespräch mit Herrn Carolus, kommt er mich mit Paul in Köln besuchen. Herr Carolus möchte uns, mein Umfeld und meine Mobilität, kennen lernen. Heute ist es soweit, Paul kommt! Ich bin super aufgeregt, ich wünsche mir so sehr das Paul mich auch mag. Super Paul und Herr Carolus sind da. Paul begrüsst mich schon an der Tür und lässt sich von mir streicheln, echt toll. Herr Carolusist sehr sympatisch und sehr sachkundig, er hat eine besonders angenehme und ruhige –Stimme. Die Chemie mit Paul und dem Ausbilder stimmt, ich freue mich riesig. Herr Carolus findet mich auch geeignet als Halterin für Paul. Hurra, ich habe gewonnen. Paul hat sich nach kurzer Zeit von alleine neben mich gelegt. Ein klares Zeichen für Herrn Carolus, Paul mag mich. JuhuuuuuuPaul mag mich, ich mag ihn auch, ein wirklich toller Hund, total ruhig und verschmust. Nach sundenlangem Gespräch über tausend Dinge, die Paul und die Führarbeit betreffen, nimmt Herr Carolus Paul wieder mit. Schade ich bin wirklich traurig, hätte ihn gerne hier behalten. Aber gut, bald kommt er ja wieder und dann geht es los. Ich habe gemischte Gefühle, zwischen Freude und Angst vor dem Unbekannten. Naja, aber die Freude ist grösser. Ich lerne schon mal die Hörzeichen, die mir Herr Carolus hier gelassen hat. Sehr begeistert bin ich auch von der Tatsache, das die Einschulung hier bei mir stattfindet und nicht in der Hundeschule in Dresden. Ich wollte nicht von zu Hause weg, ich fühle mich in fremder Umgebung, allein nicht gut.


9. Januar 2006

Hurra, heute kommt Paul und bleibt bei mir. Ich bin noch um Klassen aufgeregter, als im Dezember. Was kommt auf mich zu? Wie fühlt sich das führen an? Werde ich diese Herausforderung schaffen? Tausend Gedanken gehen mir durch den Kopf. Mein Gehirn arbeitet auf Hochtouren. Paul und Herr Carolus sind da. Wir besprechen das Einschulungsprogramm, des nächsten Tages. Zuerst werde ich mit so einem komischen Gestell, welches der Ausbilder von hinten schiebt, trainieren, das Ding hat ein Geschirr, so wie ich es auch später bei Paul haben werde. Dieses Teil hat Herr Carolus selbst entwickelt. Dieses Ding gibt es bei anderen Schulen nicht. Heute Abend war ich mit Paul und Herrn Carolus, das erste Mal im Park zum Freilauf. War echt schön, nur etwas ungewohnt, weil ich, stur und ehrgeizig wie ich bin, direkt versucht habe, ohne Langstock zu gehen. Gut mal sehen wie es morgen geht. Ich bin super angespannt und schlafe schlecht, freue mich aber sehr.


10. Januar 2006

Um 7.30 Uhr geht es los. Zuerst mit Paul in den Park, natürlich mit Herrn Carolus, das war richtiges Zucker schlecken, im Vergleich was mir an diesem Tag bevorstand. Dann ging es los mit diesem Blechteil, welches ich Pseudo-Dog nannte oder auch Psycho-Dog. Das geführt werden fühlte sich richtig toll an, niemels hätte ich gedacht, das dass so toll ist. Wir gehen mit Pseudo-Dog bis zum Fressnapf, ein Pferdsweg, und das am ersten Tag. Oh weia, was steht mir noch bevor! Herr Carolus kauft eine Leine, Bürste usw. für Paul. Ich durfte mir sogar die Leine selber aussuchen, echt Klasse. Es lief auch erstaunlich gut mit Pseudo-Dog, auch Herr Carolus war sehr zufrieden. Ich muss aber zugeben, dass es mir sehr schwer fiel, dieses Blechteil mit Paul an zu sprechen und es quasi so wie Paul zu behandeln. Ich musste Pseudo-Dog ja auch loben, das war vielleicht blöd. Die erste Hürde habe ich nun überwunden und mit so einem guten Gefühl hatte ich nicht gerechnet. Na ja, typisch für mich, habe mich wieder umsonst verrückt gem acht. Ich stelle einfach zu hohe Ansprüche an mich. Wir gingen noch zwei mal in den Park mit Paul, mein Gefühl ohne Stock war schon besser. Ich bin echt platt und gehe früh ins Bett, morgen erwartet mich wieder ein anstrengender Tag.


11. Januar 2006

Heute werden wir mehrere Trainingseinheiten mit Pseudo-Dog absolvieren. Mal schauen wie es mir ergeht. Erst einmal gehen wir mit Paul in den Park, das ist noch sehr entspannend. Herr Carolus, Pseudo-Dog und ich gehen verschiedene Wege. Ich muss lernen die Hörzeichen richtig anzuwenden und ein Gefühl für das gezogen werden entwickeln. Das ist wirklich viel – mich orientieren, auf die entsprechenden Hörzeichen achten, die Signale von Herrn Carolus übernehmen, auf die Geräusche um mich herum achten – da hilft mir Herr Carolus wirklich sehr, ansonsten wäre es nicht zu bewältigen. Ich setze mich sehr unter Druck, möchte doch gerne alles möglichst richtig machen. Das gelingt mir natürlich nicht immer. Gott sei Dank hat mich mein erstes Gefühl, was Herrn Carolus angeht nicht getäuscht. Er ist wirklich super geduldig, sehr sehr nett, sachkundig – jede Frage von mir wird beantwortet, kritisch – der geringste Fehler von mir wird sofort korrigiert, das finde ich besonders toll, Herr Carolus strahl auch eine tolle Ruhe aus – das ist bei meiner Nervosität besonders wichtig, humorvoll, alles in einem, ein sehr angenehmer Mensch. Die Arbeit ist zwar sehr anstrengend macht aber auch sehr viel Spass. Herr Carolus, war mit mir sehr zufrieden, ich zwar weniger mit mir selber, habe mich aber sehr über die lobende Worte gefreut. Paulchen hat zwei Tage bei Minchen geschlafen, war aber sehr unruhig und stan nachts immer wieder auf und ging zur Türe. Heute geht Paulchen mit mir ins Bett, ich lege seine Decke ins Schlafzimmer, er schläft ruhig die ganze Nacht, möchte nicht aus dem Schlafzimmer. Juuuhuuu, er mag mich und sieht mich wohl schon als seine Bezugsperson. Ich bin begeistert.


12. Januar 2006

Ich bewege mich schon sicherer, ohne Stock im Freilauf mit Paul, auch mein Gefühl dabei ist viel besser geworden. Wir gehen die erste Trainingsrunde mit Pseudo-Dog, es ist anstrengend aber es läuft gut. Heute gehe ich die erste kleine Runde mit Paul. Juuuhuuu ich freue mich sehr, habe aber auch ganz schönen Bammel. Na ja ich habe ja den Herrn Carolus bei mir, der mit der Flexi am Halsband von Paulchen mit dran hängt, da kann ja nichts passieren. Hoffentlich mache ich keine Fehler und dadurch verunsichere ich Paul. Ich gehe das erste mal mit Paul, echt ein super Gefühl, viel besser als mit Pseudo-Dog. Ich bin einfach begeistert. Vor allem das Loben funktioniert natürlich bei Paul viel besser, als so ein Blechteil zu loben. Bin schon ganz froh, das ich dieses Ding nicht sehen kann, sonst ginge es glaube ich gar nicht. Es lief auch gut. Herr Carolus lobt mich sehr und ist sehr zufrieden mit der Arbeit. Ab heute werden wir mit Paul und mit Pseudo-Dog im Wechsel arbeiten. Strassenbahn fahren und andere Dinge, natürlich erst mit Pseudo-Dog üben. Die arbeit hat mal wieder viel Spass gemacht, war aber auch anstrengend.

Die nächsten Tage der Einschulung

Pseudo-Dog hat jetzt keine Lust mehr lieb zu sein, und mir bzw. den Anweisungen von Herrn Carolus, zu folgen. Er wird bockig und wie bockig der ist. Paulchen ist noch nicht mal annähernd so bockig, der ist echt superlieb. Ich muss lernen später auch Paul, bei Fehlern, zu korrigieren. Die Trainingseinheiten sind verdammt anstrengend. Herr Carolus, lässt sich aber auch ganz schön schwierige Strecken einfallen. Dabei ist er aus Dresden, meine Güte was wäre, wenn er aus Köln käme, dann würde er sich ja ncoh besser auskennen. Er lässt mich aber nie auflaufen und sagt mir immer was kommt. Trotzdem ist es anstrengend, aber um wieviel anstrengender muss es für Herrn Carolus sein, er muss auf sovieles mehr achten als ich. Herr Carolus lobt mich sehr und die vielen kleinen Erfolge geben mir immer mehr Sicherheit. Ich gehe mit Paul kleinere Runden, das ist wirklich toll und macht mir riesigen Spass. Viele Hindernisse mit dem Langstock sind auf einmal nicht mehr da….Herr Carolus hat aber immer noch die Flexi an Pauls Halsban, das gibt mir unwahrscheinliche Sicherheit. Ich vertraue Paul schon sehr, ich bin selber erstaunt darüber, das hätte ich in der kurzen Zeit, nicht erwartet. Wir trainieren, das ein-und aussteigen in die Strassenbahn. Das ist vielleicht schwer, ich habe massive Probleme mit der Koordination und dazu kommt, dass die Bahnen einen ganz schönen Speed haben. Bis dato, mit dem Langstock war mir das gar nicht so aufgefallen, aber jetzt mit Pseudo-Dog ist es echt schwer. Hörzeichen geben, Leine umfassen, Geschirr loslassen, Türe mit meinem Fuss blockieren und einsteigen, ganz schön viel auf einmal und das auch noch schnell. Trotz das ich das Strassenbahn fahren mit dem Langstock gewöhnt bin, ist es mit Pseudo-Dog doch ganz anders. Wir üben diese Geschichte bis zum umfallen, ich möchte es auch so. Ich kann das nicht, gibt es nicht, ich übe bis ich es kann. Herr Carolus macht auch geduldig mit. Nach zig-fachem üben klappt es nun ganz gut. Herr Carolus ist zufrieden und auch ich habe ein gutes und sicheres Gefühl. Nichts mussen wir, während der Einschulung so oft üben wie die Sache mit der Bahn. Diese Geschichte war für mich die schwierigste Trainignssituation, aber ich habe sie, dank meines Ehrgeizes und Herrn Carolus unermüdlicher Geduld, gut gemeistert. Zum Glück haben wir ja Pseudo-Dog, er hält alles aus, den kann ich ja nicht meschugge machen. Nun sind unsere Trainingseinheiten nur noch mit Paul un es geht von Tag zu Tag besser und ich fühle mich auch immer sicherer. Na klar ich habe ja auch den tollsten Hund und Ausbilder, was hatte ich für ein Glück. Herr Carolus macht immer öfters die Flexileine, von mir allerdings unbemerkt, ab. Das sagt er mir natürlich erst am Ende der Trainingseinheit, damit mein sicheres Gefühl bleibt. Herr Carolus ist ganz schön clever. Herr Carolus lobt mich wirklich sehr, manchmal ist es mir wirklich peinlich, weil ich meine Arbeit doch kritischer sehe. Ich muss aber zugeben, es gefällt mir schon, soviel Anerkennung üfr meien Arbeit zu bekommen und spornt mich auch sehr an. Ich bin eben davon überzeugt, das ohne eine gesunde Selbstkritik kein Fortschritt erreichbar ist. Wer keine Selbstkritik zulässt wird auchnie dazu lernen. Ich werde ja auch immer weiter mit Paul arbeiten und auch immer wieder dazu lernen müssen, ansonsten wird es wohl kaum mit uns beiden funktionieren. Ich habe aber ein gutes Gefühl und meine auch, das es gut läuft. Das häusliche Leben mit Paul läuft wirklich gut. Wir lieben ihn alle. Vor allem ist mein Minchen ganz vernarrt in ihn. Natürlich habe ich ihn von Anfang an allein gefüttert und gebürstet, das macht mir sehr viel Freude. Paulchen ist aber auch so süüüüß! Er ist sehr ruhig, sanft und verschmust. Vor allem das verschmuste passt sehr gut zu uns. Ich könnte Paul stundenlang knuddeln. So nun ist die Einschulung beendet. Ich bin heute Morgen das erste mal ganz allein mit Paul im Freilauf und dann zu Minimal gegangen. Es ging sehr gut, ich bin total glücklich. Herr Carolus fährt wieder nach Hause. Die arbeit mit ihm hat sehr viel Spass gemacht. Jede Trainingseinheit haben wir vorher und nachher besprochen, das empfand ich als besonders beruhigend. Herr Carolus ist auch sehr humorvoll. Wir, Matthias und ich, haben viel mit ihm lachen können. Ich bin nie einfach so ins Blaue gelaufen. Ich muss wirklich sagen, nach langem Suchen, habe ich Riesenglück mit herrn Carolus und Paul gehabt. Eine Sache war in dieser Zeit besonders lustig, ich war vor lauter Training und Hörzeichen, schon total meschugge. Mir fiel in der Küche mein Feuerzeug auf den Boden und ich sage – nein, bleib!- Herr Carolus, Matthias, Minchen und auch ich haben uns köstlich darüber amüsiert, das Gelächter war gross. So nun bin ich mit Paul alleine und mit meiner Familie, aber ohne Herrn Carolus. Ich werde fleissig mit Paul arbeiten und ich bemühe mich sehr Paul alles an Zuwendung zu geben, die er braucht. Ich habe ja noch die Gespannoprüfung vor mir, oh Schreck am besten nochnicht daran denken, Das dauert ja noch. Matthias ist auch einige Male bei der Einschulung mit uns gegangen und hat einiges für die Nachwelt im Bild festgehalten. Solch ein besonderes Ereignis muss ja im Bild festgehalten werden. Herr Carolus und ich werden natürlich in Kontakt bleiben, er hat mir versichert, jederzeit mein Ansprechpartner bei eventuellen Fragen zu bleiben. Sogar wenn nötig mitten in der Nacht. Herr Carolus hat mir sogar seine private Festnetznummer gegeben. Finde ich wirklich fabelhaft, das gibt mir Sicherheit und ein Gefühl seiner ständigen Präsenz, trotz der grossen Entfernung.


Februar 2006

Jetzt gehe ich schon seit über einer Woche allein mit Paul, echt klasse. Trotz das ich sehr konzentriert gehen muss, mir fehlt ja noch die Routine, ist es echt gut. So war es am Anfang mit dem Langstock auch, als die Routine kam, ging es viel besser und trotzdem nicht so gut, wie schon jetzt mit Paul. Ich bedauere sehr, das ich mich nicht schon viel früher um einen Führhund gekümmert habe. Aufsteller vor Geschäften, parkende Fahrräder an Hauswänden, Strassenlaternen, Strassenschilder, die letzten zwei habe ich mit dem Langstock schön öfters geküsst, Aua, sag ich da nur – sind überhaupt keine Hindernisse mehr, Paulchen führt mich um alles herum. Trotz meiner hohen Konzentration ist es sehr entspannend. Ich gehe meine alltäglichen Wege mit Paul, immer mit Zielvorgabe. So wird er wohl mit der Zeit lernen, wo der Bäcker, die Post usw. ist. Es läuft recht gut. Ich muss zwar noch häufig Rücksprache mit Herrn Carolus treffen, aber es geht. Ich hoffe nur ich strapaziere seine Geduld nicht zu sehr. Ich gehe auch immer wieder für Paul unbekannte Strecken, das geht recht gut. Er geht nur oft sehr schnell. Ich gehe normalerweise auch nicht sehr langsam, bin schon flott, aber trotzdem zieht er mich quasi hinter sich her. Ich hae auch schon 2Mal Minchen vom Bahnhof abgeholt. Es war zwar anstrengend, weil Paul eine Weile brauchte bis er die Treppen fand, aber es hat funktioniert und besser als mit dem Langstock durch die Menschenmassen. Paul führte mich nämlich super toll um die vielen Menschen herum. Die vielen Menschen störten ihn auch überhaupt nicht. Im Freilauf läuft es ganz gut, Paulchen knurrt zwar schon mal einen Hund an, das wird sich aber bestimmt bald ändern. Herr Carolus sagte, das wäre nur aus Unsicherheit. Es ist ja auch alles fremd für Paul. Paul hat mich heute nur auf das Hörzeichen - zurück nach Hause – ohne weitere Hörzeichen nach Hause gebracht. Grosse Klasse, Paulchen ist mein Held, ich kann mich nie wieder verlaufen. Na ja verlaufen habe ich mich auch sonst nie. So der Monat ist jetzt zu Ende und bestimmt bekomme ich bald den Termin zur Gespannprüfung. Mann hab ich einen Bammel. Wenn ich doch nur genau wüsste was auf mich zu kommt wäre ich bestimmt gelassener. Ich werde fleissig mit Paulchen weiter arbeiten und dannwerden wir es dem Gespannprüfer schon zeigen, ausserdem habe ich sowieso beschlossen, das keiner mir Paulchen wieder weg nehmen wird. Ich habe ihn, in der kurzen Zeit schon sehr lieb gewonnen. Falls ich die Prüfung nicht beim ersten mal schaffe, dann mache ich sie eben noch mal.


März 2006

Der Termin für die Gespannprüfung steht nun fest. Der 29.März. Zum Glück kommt Herr Carolus auch und sogar ein paar Tage früher. Ich glaube ohne sein Unterstützung schaffe ich es nicht. Paul geht sehr schnell mit mir und ich habe grosse Mühe die Geschwindigkeit bei Paul zu verlangsamen. Naja baldkommt ja Herr Carolus. Pauls Verhalten anderen Hunden gegenüber macht mir grosse Sorgen, ich lasse ihn nur noch selten ohne Leine laufen, weil ich mich einfach zu unsicher fühle. Er knurrt die Hunde an und geht sie auch an. Auch im Geschirr knurrt er einen Hund der ihm zu Nahe kommt an. Die kleineren Hunde im Park haben schon Angst vor Paul, finde ich wirklich traurig. Die Führarbeit wir nämlich immer besser, wir verstehen uns wirklich gut. Am 26. März ist der Herr Carolus gekommen ich bin sehr erleichtert und mich sehr. Hoffentlich schaffen wir es, Paulchen wieder zu stabiliseiren und auch mich. In 3 Tagen ist die Gespannprüfung. Herr Carolus zeigt mir wie ich Paulchen besser korrigiere und ihm zeige, das ich sein Verhalten doof finde und zwar mit Leinensignal. Das mit dem Leinensignalfällt mir sehr schwer ich habe Angst Paulchen weh zu tun, oder das er sogar Angst vor mir hat, aber ich vertraue herrn Carolus und versuche seine Anweisungen umzusetzen. Herr Carolus verneint aber meine Bedenken. Ich vertraue ihm sehr und er ist mir wirklich eine unverzichtbare Hilfe. Herr Carolus meint Paulchen schnüffelt auch zu viel, das war mir gar nicht so sehr aufgefallen, bin vielleicht doch nicht streng bzw. konsequent genug. Paulchen ist aber auch so lieb, das es mir schr schwer fällt. Matthias, Herr Carolus, Paul und ich haben heute eine Stadtrundreise gemacht um Herrn Carolus einige Sehenswürdigkeiten Kölns zu zeigen. Es war superschön. Leider wurde schöne Tag von einem blöden Zwischenfall überschattet. Paulchen wurde in der Stadt von einem freilaufenden Hund angegriffen, zum Glück hatte der Herr Carolus ihn an der Leine, der wusste sich natürlich anders durchzusetzen als ich. Trotzdem war bei mir die Aufregung gross. Ich erlebte Herrn Carolus auch das erstemal laut und aufgeregt. So was einen Tag vor der Gespannprüfung. Wir liessen den Abend in einer etwas schrulligen Kneipe ausklingen und gingen vom siezen ins duzen über. Klasse! Es war ein sehr schöner Abend und wir haben viel gelacht, während Paul brav neben uns lag.


29. März 2006, mein Schicksalstag! Die Gespannprüfung. Ich bin supernervös, bestimmt ein Puls von 120 – ich hab ja ein Sportlerherz das hält auch was aus – auch Uwe kann trotz aller Bemühungen mich nicht beruhigen. Ich spüre auch Uwe ist nervös. Der einzigste entspannte ist Paul. Er liegt ruhig auf seiner Decke. Die Gespannprüferin ist mir auch nicht sehr sympatisch. Uwe und ich besprechen, dass wenn es gar nicht mehr geht ich mich einfach doof stelle. Mal schauen ob es mir auch gelingt. Wir laufen über zweieinhalb Stunden in mir vollkommen unbekannter Gegend ohne genauen Anweisungen. Ich fühle mich schrecklich, teilweise zittern mir sogar die Knie und meine Stimme droht zu versagen. Ich muss mich mit Atemübungen wieder herunterholen. Ich habe das Gefühl jemand wirft mich durch ein Rohr und ich weiss nicht wo ich lande. Nich nie habe ich mich so unsicher gefühlt. Rotz das Paul das bestimmt merkte, hat er seine Sache super gemacht. Paulchen ist grosse Klasse! Wäre Uwe nicht da um mir einige Male zu helfen, hätte ich es vielleicht nicht geschafft. Allein seine blosse Präsenz gab mir so viel Kraft und Sicherheit um mindestens durchzuhalten. So, endlich zu Hause, die Prüfung wird ausgewertet. Endlich die Erlösung mit Erfolg absolviert. Juuuhuu ich könnte die ganze Welt umarmen. Der Tante hätte ich zwar gerne ein paar Takte gesagt, habe es aber wegen Rücksicht auf Uwe sein lassen. Er könnte ja noch öfters mit ihr zu tun haben. Suuuuuuper, wir sind jetzt ein geprüftes Gespann, uns fehlt jetzt nur noch die Prüfplakette auf der Stirn – grins -.Dieser Monat ist nun vorbei und er war auch sehr erfolgreich und auch aufregend.


April 2006

Hurra, Paulchen gehört jetzt mir. Der Bescheid der Barmer ist gekommen. Ich bin immer noch begeistert, das die Sache so problemlos mit der Barmer gelaufen ist. Paulchen führt mich im Allgemeinen gut. Er schnüffelt zwar häufiger und reagiert auch nicht immer sofort auf mein NEIN, aber daran arbeite ich weiterhin. Er hat mich auch die Treppe im Park hinabgezogen ohne stehen zubleiben. Ich konnte ihm ja nicht das entsprechende Hörzeichen geben, weil ich gar nicht wusste, dass da eine Treppe ist. Keine Ahnung warum??? Ich habe schon geschimpft und er schleckt mir die Hand ab, er weiss schon, dass er einen Fehler gemacht hat. Meine alltäglichen Wege gehen wir schon sehr gut. Er zeigt mir den Bäcker, die Apotheke, Post, Schlecker, Minimal usw. super gut an. Echt grosse Klasse. Leider macht Paul auch anderen Hunde und zieht mich im Geschirr dahin, auch mitten auf der Strasse beim Überqueren. Das macht mir grosse Sorgen. Irgendetwas scheine ich falsch zu machen. Aber was? Habe auch schon Uwe mehrfach um Rat gebeten…..ich schaffe es einfach nicht, in bestimmten Situationen ohne die Rücksprache mit Uwe, ein gutes und sicheres Gefühl zu entwickeln. Ich strapaziere seine Geduld wirklich sehr, bin mal gespannt wie lange es dauert, bis Uwe mir die Leviten liest. Ich weiss ja, dass er auch viel zu tun hat und darum habe ich oft ein schlechtes Gewissen, wenn ich ihn anrufe. Oh Schreck, heute sind wir wieder von einem Hund im Park angegriffen worden. Ich hatte Paul an der Leine und der andere Hund lief frei, ich war schon auf Abstand stehen geblieben und hielt Kontakt zu Paul. Hoffentlich ist der andere Hund bald weg, nein, der Hund in unsere Richtung, er knurrt Paul an, Paul knurrt zurück. Auf einmal schiesst der andere Hund auf uns zu und beisst mir ins Hosenbein, Paul reisst sich los und giftet zurück. Ich bin vom Feststellknopf der Flexi abgerutscht, und habe, blöderweise, reflexartig nach der Leine gegriffen um Paul zurück zu ziehen. Die Leine hat sich tief in meine Hände eingeschnitten. Das war nicht so schlimm. Paul blutete etwas an der Hüfte. Ich war total panisch, habe doch alles getan was nötig war. Mit Paul zum Tierartz. Die Wunde ist nicht weiter schlimm, ist nicht mehr als ein Kratzer. Wieder zu Hause, heule ich Rotz und Wasser, die Anspannung entlädt sich. Ich rufe mal wieder Uwe an, er versucht mich zu beruhigen und erteilt mir einige Ratschläge. Erst nach Stunden gelingt es mir wieder zu entspannen. Nach diesem Vorfall, verschlechtert sich Paulchen Verhalten gegenüber anderen Hunden noch mehr. Ich versuche zu Zeiten in den Park zu gehen, an denen nur selten andere Hunde da sind. Ich habe Angst und weiss nicht so richtig, wie ich mich verhalten soll. Schade, ansonsten machten es mir sehr viel Freude mit Paul zu gehen, es wird jetzt auch immer entspannter, so lange kein Hund in der Nähe ist, weil ich viel mehr Routine habe und sich einige Sachen automatisiert haben. Natürlich ist auch für Paul nicht mehr alles fremd. Ich werde weiter mit Paul arbeiten und hoffe nicht so viele Fehler zu machen, vielleicht legt sich das Verhalten bald wieder. Ich wünsche es mir so sehr.


Mai 2006

Mein Optimismus schwindet immer mehr. Ich muss irgendwelche gravierende Fehler machen. Uwe meint zwar nicht, aber trotz meines Vertrauens in ihn, überzeugt es micht nicht. Das Vverhalten von Paul ist mittlerweile ein grosses Problem für mich und es fällt mir sehr schwer damit umzugehen. Ich strenge mich wirklich an und setze meine ganze Energie ein, aber es reicht nicht. Schon lange kann ich Paul nicht ohne Leine laufen lassen und muss hochkonzentriert mit ihm in den Freilauf. Leider ist manchmal die Geräuschkulisse so gross, das ich es nicht immer mitbekomme, wenn ein Hund in den Park kommt. An Hunden im Park vorbei zu gehen ist ar nicht zu denken. Das schaffe ich nicht, schon versucht, weil Paul zum Hund Zieht und ihn auch anmacht. Zum Glück ist Uwe immer für mich da und somiet ein grosser Halt. Manchmal glaube ich, ich schaffe das Ganze nicht und ich werde wohl nie eine gute Führhundhalterin. Uwe verneint das immer und sein Glaube an mich gibt mir auch wieder Kraft und neuen Mut. Paulchen frisst auch nicht mehr so richtig, das so geliebte Schweineohr wurd nur angeleckt genau so wie seine Zahnputzknochen. Paulchen interessiert sich auf einmal brennend für Bälle. Hat auf der Hundewiese zwei Kinern den Ball geklaut und kaputt gebissen. Ich weiss nicht was los ist, aber ich bin sehr hilflos und überfordert und zweifle sehr an mir. Was habe ich nur falsch gemacht? Uwe merkt wohl meine Verzweiflung und hat mir zugesagt, das er am 2.Juni für ein Wochenende kommt. Super mein Retter in der Not. Ich bekomme wieder neuen Mut, wir schaffen das schon, Paulchen ist ein so toller Hund, wür müssen das hinkreigen. Das Wochenende in München inklusive der Zugfahrt, lief wirklich gut. Paulchen war auf dem Seminar der Star, er war wirklich toll. Paul fand nach dem ersten Mal sofort wieder das Hotel. Führte mich zum Ausgang des Hörsaals und lag stundenlang neben mir im Hörsaal. Echt Klasse. Paulchen ist wirklich ein Schatz. Ich liebe ihn sehr.


Juni 2006

Juuuhuuu Uwe ist da! Jetzt wird es besser. Seit Ende Mai, gehe ich mit Paul mit der Futtertasche in den Freilauf und füttere ihn, wenn ein Hund kommt. Uwe hat Paul ein Kettenhalsband- Würgehalsband gekauft. Ich bin von dem Teil gar nicht begeistert, aber ich vertraue Uwe. Er hat mir versichert es tut Paul nicht weh. Zu Hause muss ich Paul ignorieren, wir alle müssen das, das fällt mir furchtbar schwer, aber ich schaffe es. Manchmal ist es wirklich von Vorteil nicht sehen zu können. So sehe ich nicht wie Paul mich anschaut. Uwe und wir suchen die Konfrontation mit Hunden, gehen auf die Hundewiese usw. un arbeiten weiter mit der Futtertasche. So lange Uwe in unserer Nähe ist fühle ich mich viel sicherer. Paulchen verhält sich, durch die Anwesenheit von Uwe aber auch anders, er reagiert nicht so extrem wie sonst auf andere Hunde. Durch dieses Verhalten und Verhaltensanweisungen von Uwe für mich, bin ich wieder etwas sicherer geworden. Mein Puls geht nicht schon beim blossen Wort – HUND – auf 100. Ich habe einige Fehler gemacht und wir haben Paul ein bisschen zu sehr verwöhnt. Wir lieben aber Paul auch sehr. Paulchen ist echt ein kleiner Drecksack – der Chef – Uwe – ist da und man mache inen auf lieb Kind. Na warte Bursche, so nicht. Paulchen führt auch viel konzentrierter und genauer wenn Uwe dabei ist. In den wenigen Tagen haben wir wirklich viel gearbeitet und auch einige Erfolge uns erarbeitet. Es war zwar anstrengend, hat aber viel Spass gemacht. Auch mit dem Ball hat uwe gearbeitet, damit er auch lernt den Ball zu ignorieren. Uwe ist sogar ein Teil der Strecke der Gespannprüfung mit uns gegangen, bis in den Weidenpescher Park. Diese Stredke bin ich seit der Gespannprüfungnie wieder gegangen. Ich ging die Strecke mit einem mulmigen Gefühl, trotz Uwes Begleitung. Uwe kennt ganz genau meine Schwachstellen, ganz schön gemein. Ich habe wieder sehr viel gelernt. Vor allem muss ich Paulchen konsepuent klar machen, wer hier der Oberhund ist und das bin ich. So Sachen, wie man im Freilauf um den Hund herumgeht, wickle die Flexi um den Laternenmast damit Paul nicht herumgehen muss – schäm -. Solche Dinge waren mir aber gar nicht bewusst. Es ist viel schwerer als ich erwartet habe eine gute Führhundhalterin zu sein. Ich werde wie gelernt weiter mit Paul trainieren. Heute ist mal wieder was total blödes passiert, Paulchen hat mich, ohne Hörzeichen die Treppe zur U-Bahn Florastr.hinabgezogen, ich habe s zu spät gemerkt, bin gestolpert und die Treppe hinunter gefallen. Ich war wirklich fertig und habe mal wieder Uwe angerufen. Ich muss sagen Uwe macht wirklich was mit mit mir. Uwe hat es aber mal wieder geschafft mich zu beruhigen und mir neuen Mut gegeben. Einige Tage später, wollte ich mit Paul die gleiche Treppe hoch gehen, aber er hat sie verweigert. Ich konnte ihn nicht dazu bewegen die Treppe zu gehen. Am nächsten Tag bin ich mit Paul noch mal zur gleichen Treppe und nur nach einem Korrekturzeichen ist er die Treppe gegangen, zwar langsam und zögerlich, er wusste ja warum, aber es ging. Echt super. Paulchen zunehmende Appettitlosigkeit macht mir sehr grosse Sorgen. Nach Rücksprache mit Uwe bekommt Paul jetzt nur halbe Portion. Um Paulchen besser zu verstehen und um zu begreifen wie Hunde überhaupt ticken habe ich Nachforschungen angestellt. Ich habe mich mit verschiedenen Leiten vom DVBM unterhalten und auch mit ein paar Leuten vom Führhundhalterverein. Meine Erkenntnisse waren zum Teil schockierend und zum Teil konnte ich mich überhaupt nicht mit den Aussagen identifizieren. Ich habe dann angefangen im Internet zu recherchieren und habe ganz tolle Seiten über Hundepsychologie, Kynologie gefunden. Echt Klasse! Hat mir unwahrscheinlich viel geholfen. Jetzt habe ich ein bisschen Hintergundwissen und verstehe Paulchen besser. Auch warum etwas so und nicht anders gehandhabt werden soll. Ich muss mehr über Körpersprache und Tonlage mit Paul kommunizieren. Auf Anweisung von Uwe achte ich auch besonders darauf, das Paul ganz genau arbeitet, das kann er ja auch. Ich dulde keine Ungenauigkeiten mehr. Die korrigiere ich sofort. Die Führarbeit ist wirklich super geworden, sehr genau und Paul geht sehr konzentriert. Leider nur so lange wie keinem Hund begegnen. Die Tage an denen wir keinem Hund begegnen, ist es wirklich ein fantastisches und entspanntes Erlebnis mit Paul zu gehen. Jetzt trainiere ich schon seit fast 6 Wochen mit Paul. Paul baut zwar nicht mehr so viel Spannung auf, wenn er einen Hund sieht, doch interessiert er sich für ihn. Kommt ihm ein Hund zu nahe, geht er ihn auch an. Auch im Geschirr ist es schwierig geworden, weil ich oft erst merke, das da ein Hund ist, wenn es zu spät ist. Das heisst, wenn der Hund Paul anmacht, oder umgekehrt. Sein Verhalten stagniert schon seit Wochen und ich bin völlig überfordert mit der Situation, vor allem unendlich traurig und an der Grenze meiner Belastbarkeit. Ich gehe nur noch Strecken die mir sehr gut bekannt sind, damit ich mich besser in Paul einfühlen kann, und mich zu sehr mit der Orientierung und ähnlichem beschäftigt bin. Ich bin total traurig darüber, dass dieses Verhalten sich nicht verändert, gerade jetzt wo Paulchen so genau und toll führt. Ich wünsche mir ich könnte öfter mit Paul und meinem Mann in den Freilauf gehen, das ist wesentlich entspannter, weil er kann ja sehen und sagt mir schon sehr früh Bescheid, wenn sich ein Hund nähert. Mein Mann muss nun mal arbeiten und somit geht das nur sehr selten. Ich habe Uwe schon ein paar Mails geschrieben, leider hat er noch nicht geantwortet. Ich hoffe er hat nicht die Nase voll von mir. Nur Uwe kann mir helfen. Ich hoffe er meldet sich bald.


Juli 2006

Super Uwe hat sich gemeldet. Plop, mir ist ein zentnerschwerer Stein vom Herzen gefallen. Leider weiss er auf Anhieb auch nicht weiter. Ich bin aber überzeugt, er lässt sich etwas einfallen. Paul hat seine Glöckchen verloren, so ein Mist. Ich gehe mit meinem Mann, heute ich Montag und er hat frei, neue Glöckchen besorgen. Heute war ich mit Matthias im Park, es waren einige Hunde da. Matthias hat mich aber immer frühzeitig informiert, so war das ganze sehr entspannend. Matthias kann nur nicht immer mit mir gehen. Oft stehe ich mit Paul minutenlang im Park, weil überall Hunde sind und wir weder rechts noch links können. Die Führarbeit ist wirklich super, wenn ich nur die anderen Hunde wegbeamen könnte. Im Freilauf, kommt er nach - nein - , ohne weitere Aufforderung zu mir. Ich bin wirklich begeistert, super. Heute war ich während des Fussballspiels Deutschland-Italien, im Park. Menschenleer genau so wie die Strassen. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und habe Paulchen von der Leine gelassen. Paulchen rannte durch den park und war so glücklich. Ich hätte heulen können, wich ich ihn ansonsten nicht frei lassen kann. Wir zwei haben auch Stöckchen gespielt und hatten Riessenspass. Ich wünsche mir so sehr, das könnte ich immer. Die ganze Situation belastet mich. Paulchen frisst seit zwei Tagen wieder mehr und hat sogar ein Schweineohr gefressen. Ich setze mich während er frisst zu ihm, naja er möchte eben nicht alleine fressen……Ich weiss es ist nicht richtig, aber er hat schon so abgenommen und ich mache mir grosse Sorgen. Seit einigen Tagen gehe ich erst nach 24Uhr in den Park und lasse ihn frei laufen. Paulchen ist dann glücklich und ich auch. Heute habe ich mit Uwe gesprochen, er hat die Lösung. Ich wusste es, Uwe findet immer eine Lösung. Am ersten August fahre ich nach Dresden. Ich glaube fest daran, das Problem zu lösen. Gott sei Dank! Heute war ich mit Minchen in Düsseldorf. In Düsseldorf hatte Minchen Paul an der Leine. Wir sind auch einigen Hunden begegnet, manche waren keinen Meter von Paulchen entfernt, Paul hat sie aber ignoriert. Da und dort ein kurzer Blick, und nichts. Mein kleines Hündchen meint wohl bei mir den Macho rausholen zu müssen um mich vor den anderen Hunden zu beschützen. Aufgrund unserer Vorgeschichte verstehe ich es zwar, war aber schon sehr enttäuscht, das Paul nur bei mir sich so komisch verhält. Minchen hat Paul heute zum Grillen, mit Ihren Freunden, an den Rhein mitgenommen. Ich glaube es ist mal ganz gut, wenn er mal ohne mich geht. Ich vermisse ihn aber ganz schrecklich, niemand ist da der mir zu Hause hinterherläuft. Heute sass Matthias im Wohnzimmer und streichelte Paul. Ich kam dazu und stellte mich neben die beiden. Paulchen bemerkte mich sofort und drückte seinen Kopf ganz fest an meine Beine. Als ob er sagen wollte: Ich lasse mich zwar von Matthias streicheln, aber Du bist meine grosse Liebe. Das war super schön. Ich hätte nie geglaubt, dass so eine innige Bindung zu einem Hund und auch umgekehrt entwickeln könnte. Heute kann ich die Aussage vieler Menschen, seitdem ich Menschen kenne, liebe ich die Tiere, viel besser verstehen. Zur Zeit ist es sehr heiss, mit Temperaturen bis zu 38 Grad im Schatten. Einige Tage bin ich mit Paul auch nicht im Geschirr gegangen, um ihn zu schonen. Heute morgen bin ich mit Paul zum Minimal gegangen, es war ja noch nicht so heiss. Wieder zu Hause, hechelte Paul eine gute halbe Stunde ununterbrochen. Ich machte mir grosse Sorgen und fühlte mich wieder mal hilflos. Ich rief mal wieder Uwe an. Mein Retter in der Not. Ein nasses Handtuch sollte Abhilfe schaffen. Dies machte ich auch sofort, aber Paul wollte sich nicht auf das Handtuch legen. Gut, dann versuch ich es mit Trick 17. Ich setzte mich auf das Handtuch, jetzt legte sich Paul neben mich, nun war ich auch nass. Die Abkühlung tat mir auch gut. Ich arbeite wie gehabt mit Paulchen weiter, es ist ja nur noch eine Woche bis ich nach Dresden fahre. Die Krankenkasse macht etwas Stress wegen der Nachschulung. Aber gut, es kann ja nicht immer stressfrei laufen. Ich bin es ja gewöhnt, dass die Krankenkasse oft erst einmal Stress macht. Morgen fahre ich nach Dresden, ich setze viele Hoffnungen in diese Schulung. Nur was mache ich, wenn ich das nicht hinbekomme? Naja, darüber kann ich mir noch Gedanken machen, wenn es so ist.


Fazit nach den ersten 6 Monaten

Aus zwei Fremden, ist ein supertolles Gespann entstanden, so lange kein Hund in unmittelbarer Nähe ist. Einen grossen Anteil daran hat auch Uwe. Der mir immer Rat und Tat zur Seite stand und immer an mich geglaubt hat. Es war wirklich harte Arbeit, die mich viel Kraft und auch Tränen gekostet hat. Oft war ich an der Grenze meiner Belastbarkeit. Oft glaubte ich, es nicht zu schaffen. Werde ich jemals eine gute Führhundhalterin sein? Meistens macht mir die Arbeit mit Paul sehr viel Spass und es war wirklich Freude pur. Paulchen gibt mir soooooooooo viel. Ich liebe ihn sehr und möchte ihn auch nie wieder missen. Die Arbeit und das Leben mit Paul, hat meinen Horizont geöffnet und mir neue Aufgaben gegeben. Ich bin sehr glücklich darüber. Paul ist wirklich, trotz einiger Schwierigkeiten, eine grosse Bereicherung. Aus der Liebe auf einen Blick – eine Berührung – ist eine grosse Liebe mit inniger Verbundenheit entstanden.



Fazit nach 4 Jahren
Köln, den 09.01.2010

Meine Augen auf vier Pfoten, mein Held auf vier Pfoten, mein ständiger Begleiter, mein Freund, mein Familienmitglied, meine große Liebe der besonderen Art, meine neue Freiheit und vieles mehr würde mir einfallen um meinen Blindenführhund Paul zu beschreiben, aber ich will es dabei belassen.

Unsere Beziehung besteht nun schon vier Jahre und sie war geprägt von vielen Höhen und einigen Tiefen. An den Tiefen trug ich die meiste Schuld. Paul wollte es mir immer recht machen und dabei missverstand er dann manchmal meine Signale (meine Ängste, meine Unsicherheiten), aber als hochsensibler Hund habe ich es ihm nicht immer einfach gemacht. Mit der unermüdlichen und geduldigen Unterstützung von Uwe, haben wir es aber geschafft, dafür bin ich ihm zu tiefem Dank verpflichtet. Wir sind heute wirklich ein Dreamteam, wie es wohl kaum ein anderes gibt. Paul hat mir zu einer neuen Freiheit verholfen. Ich musste lernen über meinen Schatten zu springen, geduldig zu sein, ich musste Ängste überwinden und ehrgeizig an uns arbeiten, aber es hat sich gelohnt. Ich kann mir überhaupt nicht mehr vorstellen ausschließlich mit dem Langstock unterwegs zu sein, auch wenn ich diesen bei Regen in die Ecke stellen kann und mit Paul oft nass bin bis auf die Haut, aber er entschädigt mich um ein vielfaches .

Als ich vor 5 Jahren mich mit dem Thema Führhund beschäftigte und mit unzähligen Führhundschulen telefoniert habe, war ich mir nicht sicher ob ich mich für eine Führhundschule entscheiden Kann. Damals dachte ich, Du hast zu hohe Ansprüche, Du bist aber schwierig und verlangst zu viel von dem Hundetrainer/in. Heute weiß ich es besser. Leider gibt es sehr viele nicht qualifizierte Führhundetrainer und die wenigen guten Führhundtrainer sind mit der Person Jähzorn, Cholerik, Arroganz und Respektlosigkeit gepaart. Bei dem großen Vertrauen welches man dem Hundetrainer entgegenbringen muss sind solche Kombinationen ausgeschlossen. Einzelne gute Hundetrainer, haben die oben genannten Eigenschaften nicht, wissen aber viel zu wenig über dem Umgang mit Blinden bzw. über deren Bedürfnisse. Leider nehmen dies immer noch zu viele Führhundhalter hin in der Hoffnung einen treuen Führhund zu bekommen und unterliegen dem Irrglauben, wenn ich den Hund habe ist mir die Führhundschule egal. Ein fataler Fehler. Die Verbindung zwischen Führhundtrainer, Führhundhalter und Führhund sollte mindestens ein Hundeleben lang halten, alles andere geht meiner Meinung nicht und es war richtig dass ich es mir bei der Auswahl nicht leicht gemacht habe. Der Zufall bzw. das Schicksal hat mich damals zu Uwe Carolus geführt und diesem werde ich immer zu tiefem Dank verpflichtet sein!!

Paul und ich sind wie ein gutes Menschenpaar. Paul liebt mich bedingungslos, er lacht und weint mit mir, er möchte mich immer glücklich machen und glücklich sehen. Ich liebe ihn auch bedingungslos, gebe ihm alle Anerkennung die er braucht, verstehe in wortlos und augenlos, springe für ihn über meinen eigen Schatten, lache mit ihm, bin glücklich mit ihm, pflege ihn wenn er krank ist, streichle und pflege ihn, er ist mir sehr kostbar. Wie gesagt wie bei einem Menschenpaar, muss man das Fehlverhalten des anderen analisieren und wegen den Ursachen bei sich selber zuerst nachforschen. Ich muss sagen wir sind das perfekte Paar!! Wir hatten aber auch einen sehr guten „Eheberater“. Uwe stand mir immer mit Rat und Tat zur Seite, hat mich immer verstanden und hat mir immer gut das Verhalten von Paul als Hund erklären können, schließlich ist Paul ein Hund und kein Mann. Wie ein Mann tickt, weiß ich, aber wie tickt ein Hund. Ich habe mich aber sehr dafür interessiert, wie ein Hund tickt und habe mich informiert und natürlich Uwe mit meinen Fragen gelöchert, er hat mir aber jede Frage geduldig beantwortet. Ich wollte und will Paul verstehen, weil nur so, können wir das Dreamteam und das perfekte Paar sein und bleiben. Paul macht mich glücklich und ich möchte auch Paul glücklich machen.

Zurzeit haben wir sehr viel Schnee für Kölner Verhältnisse, Paul läuft sehr langsam und vorsichtig und er dreht sich immer wieder nach mir um, einfach ein tolles Gefühl es ist einfach unbeschreiblich zu spüren wie fürsorglich Paul ist. Wir verstehen uns ohne Sprache ohne Blicke, nur über die emotionale Verbindung. Menschen die dieses noch nie erlebt haben, werden mich für verrückt erklären, aber das macht mir gar nichts, diese Menschen haben etwas wundervoll schönes einfach nicht erlebt und sind wohl auch gar nicht in der Lage so etwas erleben zu können.

Ich freue mich auf viele weitere Jahre mit Paul und bitte Gott ihm lange seine Gesundheit zu erhalten. Zwei Workaolic’s die zu einander gefunden haben müssen lange gesund bleiben. Ich bin gespannt was uns die nächsten Jahre bringen werden und ich werde aus Liebe zu Paul immer an mir arbeiten damit er mich auch versteht.

Ich Danke Gott, dem Schicksal, Paul und Uwe der aus Paul das gemacht hat was er heute ist. Mit Paul ist auch Uwe in mein Leben getreten, ein ganz besonderer Mensch der mir sehr wichtig ist und einen besonderen Platz in meinem Leben hat und zwar den Platz eines Freundes. Noch seltener als einen guten Führhund gibt es einen guten Freund. Ein guter Führhund wie mein Paul führt und begleitet mich auf ebenen und holprigen Wegen, auf Steigungen und Gefällen, durch ein Labyrinth (auch wenn ich den Weg weder kenne noch sehe), in glücklichen und traurigen Zeiten, bei Wind und Wetter, schützt mich vor Dinge die ich nicht sehen oder wahrnehmen kann, ist jederzeit für mich bereit und das gleiche macht ein guter Freund. Danke Paul, Danke Uwe!!!

Na ja wenn man das Ganze so liest könnte man glauben Paul ist eine Maschine oder ein Roboter, ohne Fehler, aber bei weitem gefehlt auch er hat seine Macken, wie bei einem Menschenpaar eben auch. Diese Macken machen ihn aber ganz besonders liebenswert für mich. Hätte er diese Macken nicht wäre es wirklich ein Roboter mit Gefühlen, das habe ich mir aber nie gewünscht. Eine kleine Macke ist z.B., wenn ich ihn mal allein zu Hause lasse (übrigens das mag er überhaupt nicht) schaut er gerne mal nach was es so interessantes in der Mülltonne gibt und leert sie etwas aus, er legt sich auch in mein Bett wenn ich nicht zu Hause bin (ich merke es an der Kuhle die zurück bleibt), er stellt sich mit den Pfoten auf die Fensterbank im Wohnzimmer und schaut mir nach dies macht er auch wenn ich nach Hause komme. Ich weiß, dass sollte er nicht, aber ich finde es irgendwie lustig und sehr liebenswert, schließlich ist er ein Hund. Na ja außerdem zurück zum menschenpaar, mein Mann hat mehr Macken als mein Paul und ihn liebe ich auch sehr und somit auch seine Macken mit dem Unterschied diese Macken kann ich nicht umkonditionieren, bei Paul könnte ich es, wenn ich es wollte, aber dann wäre Paul so perfekt das man es kaum aushalten könnte und schließlich liebt Paul mich auch mit meinen Macken.

Paul wird nun im April 7 Jahre alt und ich bete zu Gott, dass ich ihn noch lange habe. Ich werde jetzt im ein Jahres Abstand ein kleines Fazit vom letzten Jahr schreiben, weil wer weiß wie lange ich mich noch an Paul erfreuen kann. Ich weiß er wird nicht den Rest meines Lebens bei mir sein, aber ich werde immer dankbar sein, dass er mich einen Teil meines Lebens begleitet hat und dass ich ihn überhaupt kennenlernen durfte.

Bis zum nächsten Jahr

Marisa die glückliche Partnerin von Paul